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Überraschung bei Hoffmanns

Kläden? Wo liegt Kläden? Klingt irgendwie komisch. Aber der Kenner weiß mit dem Namen etwas anzufangen. Beispielsweise war die alte Kiesgrube in den 90ern so was wie hip. Da kamen selbst Leute aus dem Westen zum Baden. Sonst gibt's da zwei Gaststätten, die wir immer schon mal testen wollten.

Wir hatten einen schlechten Tag. Hauskaufen ist wie Blindekuhspielen. Man tastet sich durch, sieht nichts und lässt sich einfach überraschen. Dazu später.

Um die miese Stimmung zu vertreiben, schlug meine Frau vor Essen zu gehen. In Hamburg endete ein solcher Vorschlag meist im Oktober oder bei Michael, "unserem" Griechen. Schnell rein, schnell raus. Ein kulinarischer Quickie. Das gibt's in Arendsee nicht. Man trifft eine Entscheidung und dann nimmt man sich Zeit.

 Die Tenne hat schon zu. Es ist schließlich schon halb sieben. Das Seglerheim ist noch im Winterschlaf. Das Deutsche Haus ist uns zu mächtig und das Haus am See zu schick. Also muss was neues her.

 Kläden. Wir fahren an der Wolfsschlucht vorbei. Da sitzt niemand drin. Grundsatz: Sei niemals irgendwo der einzige Gast - sagt meine Frau. Meine Laune wird nicht besser  Gut dann zu Hoffmanns. Wäre das Lokal ein Truckstop, wäre die Lage optimal. Für ein gutbürgerliches Wirtshaus liegt es - ein Makler würde sagen - verkehrsgünstig. Aber der Parkplatz ist voll. Es stehen mindestens zwanzig Autos vor der Tür. Was ist hier los?

 Ich rechne mit allem und freunde mich mit dem Gedanken an einen Döner an. Daia schiebt mich in Richtung Eingang. "Jetzt sind wir schon mal da!" Ok.

 Ich war vor langer Zeit schon einmal hier. Es war eine Hochzeit, die speziell daherkam. So ohne Musik und mit Tante Almuth, die vor dem Essen "Jesu meine Freude" anstimmte. "Ich schlage ein A vor" AAAAAAAAHHHHHHHH....

Wir betreten die Gaststätte. Fortsetzung folgt...

 

 

 

 

10.3.16 09:46


Die Wüste lebt...

Letztens habe ich eine Dokumentation  "Die Wüste lebt" gesehen. Sie beginnt mit einer Einstellung, in der erklärt wird, dass die Wüste früher der vor Leben wimmelnde Boden eines flachen Meeres war. Durch ungünstige plattentektonische Verwerfungen erreicht nun kein Regen mehr diese riesige Fläche des Kontinents.

Trotz schwieriger Bedingungen tobt auch hier das Leben. Zwar in anderen Zyklen, jenseits der prallen Verschwendung der warmfeuchten Äquatorbereiche. Aber eben effektiv, beharrend und einer strengen inneren Logik folgend. Nicht schön und begehrenswert, sondern hart und zuweilen Dinge nutzend, die von Natur aus nicht als Lebensgrundlage dienen können.

Aber auch hier ist das Leben vielfältig, interessant und vor allem lebenswert.

Ich lebe seit knapp einem Jahr in der Wüste. Nicht weil ich musste. Ich habe mich frei dafür entschieden. Das Leben an den Futterstellen habe ich immer als ein Leben ohne eigenen Platz, ohne wirkliche Freiheit empfunden. Die Räume, in die ich mich entwickeln konnte, waren immer die Räume, die mir andere gelassen oder zugewiesen haben. Hatte man einen Platz gefunden, muss man den Takt halten und mitstrampeln. Ich habe mich eingelassen, weil ich dachte, ich muss es - in der Hoffnung beim nächsten Platzwechsel die Freiheit zu erhalten, mein Leben selbst gestalten zu können.

"Du kannst alles erreichen, wenn du nur hart genug arbeitest."

Ja klar...

Nun habe ich mich entfernt von den Futterstellen. In die Wüste - in die Altmark. Erstmals umspült mich Raum, Ruhe, Freiheit - fernab der Hektik des engen digitalen Horizontes.

Dünne Lebensadern durchqueren die Weite.

Das wenige Leben erscheint kostbarer. Überschaubarkeit des Seins statt der Verführung des Konjunktivs - und am Ende dann das Gefühl eines selbst bestimmteren Lebens.

Ist das Leben nicht ein stetes Versuchen? Was, wenn das Versuchen so riskant wird, dass man davor zurückschreckt. Lebt man dann noch? Die wahre Wüste scheint woanders zu sein. 

 

9.3.16 10:35





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